Topfschlagen
Ein Kind sucht mit verbundenen Augen einen umgedrehten Topf und klopft sich mit dem Kochlöffel dorthin. Darunter liegt die Belohnung.
- Alter
- 4–7 Jahre
- Spieldauer
- 15 Min.
- Vorbereitung
- 5 Min.
- Elternhilfe
- mittel
- Chaosfaktor
- niedrig
- Ort
- drinnen
Worum es geht
Topfschlagen funktioniert seit Jahrzehnten aus einem einzigen Grund: Ein Kind sieht nichts, und alle anderen dürfen brüllen. Das Kind robbt mit einem Kochlöffel über den Boden und schlägt vor sich auf den Teppich, bis es den Topf trifft. Die Gruppe ruft „wärmer“ und „kälter“.
Du brauchst einen Topf, einen Kochlöffel und ein Tuch für die Augen. Für Kinder zwischen vier und sieben ist das oft der Höhepunkt des Nachmittags. Ältere durchschauen es schnell und langweilen sich.
Ein Durchgang dauert ein bis drei Minuten. Bei acht Kindern bist du nach einer Viertelstunde durch, wenn du zügig weitermachst.
Anleitung
1. Räum die Fläche frei. Ein Wohnzimmer reicht. Weg muss alles, wogegen ein krabbelndes Kind stoßen kann – vor allem Couchtische mit Kanten in Kopfhöhe.
2. Leg das Geschenk unter den umgedrehten Topf. Etwas Flaches: eine Handvoll Gummibärchen, ein Radiergummi, ein Aufkleber. Jedes Kind bekommt dasselbe, sonst gibt es Streit.
3. Verbinde dem ersten Kind die Augen und frag nach: „Siehst du noch was?“ Kinder schummeln nicht aus Bosheit, sondern weil Nichtssehen unangenehm ist.
4. Dreh das Kind zwei- bis dreimal um die eigene Achse. Nicht öfter, sonst wird ihm schlecht.
5. Das Kind krabbelt los und klopft mit dem Löffel vor sich auf den Boden. Die anderen rufen „wärmer“, wenn es näher kommt, und „kälter“, wenn es sich entfernt.
6. Trifft der Löffel den Topf, darf das Kind die Augenbinde abnehmen und das Geschenk behalten.
7. Nächstes Kind: Topf umstellen, neues Geschenk darunter.
Material
Für dieses Spiel brauchst du nichts zu kaufen.
Es kommt mit dem aus, was ohnehin da ist.
Was schiefgeht
Das Kind findet den Topf nicht und wird wütend. Nach zwei Minuten ohne Treffer kippt die Stimmung. Schieb den Topf leise in die Richtung, in die das Kind gerade krabbelt. Niemand merkt es, und das Kind hat gewonnen.
Die Zuschauer werden lauter als ihre eigenen Hinweise. Bei zehn Kindern schreien alle durcheinander, und das blinde Kind hört gar nichts mehr. Bestimm zwei Rufer pro Runde, der Rest ist still. Das wirkt besser als die Bitte, leise zu sein.
Ein Kind will die Augenbinde nicht. Diese Angst geht durch Überreden nicht weg. Lass es die Augen zumachen und halt ihm selbst die Hand davor, oder mach es zum Rufer.
Der Löffel trifft ein anderes Kind. Passiert regelmäßig, weil die Zuschauer nachrücken. Zieh vorher eine Grenze: ein Teppichrand, eine Reihe Stühle, im Freien ein Kreidestrich.
Das Geschenk unter dem Topf ist zu dick. Ein Topf, der auf einem Päckchen wackelt, rutscht beim Draufschlagen weg und klingt falsch.
Für jüngere und ältere Kinder
Unter vier Jahren ist die Augenbinde meist zu viel. Lass die Kinder mit offenen Augen suchen und versteck den Topf unter einem Handtuch. Der Reiz bleibt.
Ab acht Jahren wird es fad. Zwei Varianten helfen: Der Topf steht auf einem Stuhl, das Kind sucht ihn im Stehen und darf sich nicht abstützen. Oder zwei Kinder suchen gleichzeitig zwei Töpfe, dann geht es auch um Tempo.
Ab zehn würde ich das Spiel weglassen – außer als Kindheitswitz, und der zieht genau einmal.
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Zuletzt geprüft: 04.09.2026